suno.
Traum.

 

suno. ist ein Musiktheater-Projekt von und mit Rroma und Sinti.
9 bis 21-jährige Kinder und Jugendliche erarbeiteten das Stück unter der künstlerischen Leitung von Adrian Gaspar, Pianist und Komponist aus Wien, der selbst Rrom ist.


Ich stelle mir eine Rromni vor,
die im Büro fürs Management einer Werbeagentur arbeitet.
Dabei wird sie, so wie "normale" (...) Menschen auch
- Nicht-Rroma, Gadsche - manchmal einfach überfordert,
vom ganzen E-Mail-Stress und dem langen Telefonate-Führen.
Irgendwann schläft sie am Arbeitsplatz einfach ein.
Am Schreibtisch. Sie träumt von ihren Vorfahren.
Die Vergangenheit wird somit verarbeitet.
Es wird aber auch nach Lösungen gesucht.
Damit das ganze eben nicht nur ein Traum bleibt.

suno. ist ein Musiktheater-Projekt von und mit Rroma und Sinti.
9 bis 21-jährige Kinder und Jugendliche erarbeiteten das Stück unter der künstlerischen Leitung von Adrian Gaspar, Pianist und Komponist aus Wien, der selbst Rrom ist.

Am 14. Oktober 2013 fand das erste Treffen des 12-köpfigen Ensembles statt, es sollte die erste Besprechung werden. Außerdem sollte der Probenplan zusammen festgelegt werden. Zu dem Zeitpunkt konnte niemand ahnen welch enormes Potential und Leidenschaft dahinterstecken würde. Das ganze Projekt nahm innerhalb von nicht einmal einem Monat total unerwartete Ausmaße an!

Am 15. Oktober 2013 fand dann eine erste kleine Jam-Session unter den Musikern statt. Von Anfang an wollte man das Klischee des bettelnden „Zigeunermusikanten“ vermeiden. Deswegen versuchten die jungen Musiker die Musik fürs Theater selbst zu schreiben, sowohl die Melodien als auch den Text, der letztendlich in ihrer eigenen Muttersprache von der Hauptdarstellerin selbst gesungen wurde!
Mittlerweile ist der Titelsong suno. gerade dabei ein Hit zu werden

Am 24. Oktober 2013 fand die erste richtige Probe im großen Saal  des Vereins Stadtteilkultur2411 am Hasenbergl statt. Die Rollen wurden zum Teil schon zugeteilt: “Frau Meinhard“ sollte die Managerin der Werbeagentur suno. sein, “Herr Franz“ sollte der nervige Kunde sein, der die Werbung für seinen Käse bei ebendieser Firma produzieren möchte. Das “Maskottchen“, wie er liebevoll von allen Ensemblemitgliedern genannt wird, wurde der überragende 11-jährige Tänzer Loreno, ein Ausnahmetalent des Projektes suno.
In dieser ersten Probe wurde mehr oder weniger der Grundstein zum Erfolg gelegt!

Am 25. Oktober 2013 fand die zweite Probe und gleichzeitig die Generalprobe für die PREVIEW statt. An diesem Tag wurde ohne Übertreibung von 9.00 Uhr in der Früh bis am Abend um 23.00 Uhr gearbeitet! Unglaublich war es mit welcher Motivation und mit welchem Engagement alle, sogar, nein, vor allem, die Kinder an diesem Projekt mitgewirkt hatten! Der Titelsong wurde an jenem Tage geschrieben und geprobt, außerdem wurde das Bühnenbild zusammengebastelt. Die PREVIEW konnte kommen!
Am 26. Oktober 2013 fand dann nun endlich die PREVIEW statt, im großen Saal des Kulturzentrums 2411 am Hasenbergl. Eigentlich war im Vorhinein ausgemacht worden, dass, je nachdem wie gut diese sein wird, das ganze Projekt nur eventuell weitergeführt werde.
Im schlimmsten Fall sollte auf die PREVIEW keine PREMIERE mehr folgen. Jedoch kam der Entschluss von den Jugendlichen selbst zusammen mit ihrem “Mentor“, Adrian Gaspar, dass man auf jeden Fall weitermachen möchte, egal wie der Abend verlaufen sollte!
Da die PREVIEW, eine 25-minütige “Zusammenfassung“ des ganzen Stückes, aber, wie von allen Mitwirkenden eigentlich erwartet, ein ganz großer Erfolg geworden war, wurde kurze Zeit später der 22. November 2013 als Termin für die offizielle PREMIERE festgelegt.

Nach einer zweiwöchigen Vorbereitungspause startete die Intensivprobenphase am 12. November 2013. Als Erstes stellten sich die Ensemblemitglieder den Probenplan für die nächsten zehn Tage zusammen. Dabei wurde sehr viel Wert darauf gelegt, dass es ja nicht anstrengend und langweilig werden könnte, was ja bei so vielen Kindern und Jugendlichen durchaus eine Gefährdung des ganzen Projektes bedeutet hätte. Man bevorzugte die unkonventionelle Art und Weise wie die Proben ablaufen sollten. Der Begriff “Improvisation“ wird groß geschrieben! Es wurden ein paar Szenen festgelegt, die im Stück eine wichtige Rolle spielten, diese wurden dann einfach so oft gespielt, improvisiert, bis die Darsteller selbst zusammen mit dem künstlerischen Leiter davon überzeugt waren. An jedem Tag wurden die “Sessions“ gefilmt, man schaute sich am nächsten Tag ein paar Szenen zusammen an und daran wurde dann weitergearbeitet, oder nicht. Man arbeitete, man musizierte, man lachte, man musizierte, man aß, man musizierte, man tanzte (…) und das alles in der Gruppe. Ein sehr positiver Nebeneffekt dieser Intensivprobenphase war, dass nicht nur das Musiktheater-Stück selbst zusammenwuchs, sondern auch die Gruppe selbst; jede/r konnte ihre/seine Stärken ausbauen und sich deren bewusst werden. Die “Frau Weiss“, die Putzfrau in dem Stück, ein 13-jähriges schüchternes Mädchen, zum Beispiel, fing an mit dem Besen zu tanzen und zu improvisieren! Diese zufällige Szene wurde dann in das Stück mit hineingebaut, wodurch dann die Verbindung zum tanzenden “Maskottchen“ von selbst gegeben war.

Beim gemeinsamen Essen stellte sich heraus, dass der “Pizza-Mann“ der in der “Käse-Werbung“ vorkommt, zwar ebenfalls eine Rolle spielen wollte, bis dahin aber noch keine entsprechende Rolle für ihn in Frage gekommen war, somit wurde die obenerwähnte Rolle des Pizza-Mannes geboren. Der “Herr Schmidt“, der Assistent von “Frau Meinhard“, entwickelte sich auch dadurch, dass er ein paar Tage zuvor, für das Mädchen, das die Rolle der Sekretärin spielen sollte, eingesprungen ist. Letztendlich waren alle damit einverstanden, dass die Managerin der Werbeagentur keine Sekretärin haben sollte, sondern einen Assistenten. Der 18-Jährige meinte dann nach einer Probe, dass er sich eigentlich sogar ganz gut vorstellen könnte auch im wirklichen weiteren Berufsleben als Assistent in solchen Firmen zu arbeiten, `Organisation und Planung liege ihm ganz gut!´ Das sind schöne Nebeneffekte!

Am 22. November 2013 fand dann nun endlich die langersehnte PREMIERE im Münchner Rationaltheater statt. Das kleine Theater war  mal wieder ausverkauft! Neben den vielen Verwandten der Kinder und  der Jugendlichen waren auch so einige Interessierte aus dem Bildungs- und Kulturbereich anwesend. Eine souverän gespielte PREMIERE brachten alle Beteiligten auf die relativ kleine Bühne.
Doch diese intime, familiäre Atmosphäre berührte viele Zuschauer vor allem bei den Szenen, in denen der 80-jährige KZ-Überlebende Hugo Höllenreiner zitiert und gespielt wurde, oder das Gedicht
auf Rromanes vorgelesen wurde, das von der 1987 verstorbenen Bronislawa Wajs, auch bekannt als Papusza, in der NS-Zeit geschrieben wurde. Der mit 81 Jahren verstorbene Kalo Petermann wurde von seinem eigenen Enkel in Anwesenheit der vielen Verwandten gespielt! Er überlebte das KZ Auschwitz und erzählte seinen Nachkommen vieles, was er dort erlebt hatte. Die Jugendlichen selbst hatten entschieden, dass eine dieser Geschichten im Stück ihren Platz finden sollte. Neben anderen traurigen und auch lustigen Szenen zählen die Musikbeiträge zu den Highlights. Puppa Meinhard, Sängerin und Hauptdarstellerin, sang einige sehr schöne und berührende Lieder auf Rromanes!

All das und Vieles mehr begeisterte nicht nur das Publikum, sondern vor allem auch die Jugendlichen selbst, sodass bei einigen sich der Wunsch geäußert hat, eine Karriere als professionelle/r Schauspieler/in in Anbetracht zu ziehen! Außerdem waren ermunternde Worte wie die jener Karlsruher Waldorfschul-Lehrerin der Grund, dass jetzt alle schon ungeduldig auf die nächste Möglichkeit warten das Stück wieder aufführen zu können! Sie meinte, man solle noch an einem zweiten Teil arbeiten! Im selben Atemzug hatte sie das ganze Ensemble eingeladen im Frühjahr 2014 auch an der Waldorfschule in Karlsruhe aufzutreten!

 

Adrian Gaspar

 

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